Im vergangenen Herbst haben unsere 7. Klassen der Werkrealschule an einem besonderen Projekt zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) teilgenommen. Unter dem Motto „Einsatz für das Auerhuhn“ verlegten wir unseren Unterricht nach draußen, um Expertenwissen mit praktischem Naturschutz in unserer heimatlichen Umgebung zu verknüpfen. Koordiniert wurde die Aktion vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord in Zusammenarbeit mit dem Verein Auerhuhn im Schwarzwald e.V. und dem örtlichen Forstamt.
Phase 1: Die Theorie im Klassenzimmer
Den Auftakt bildete eine doppelstündige Unterrichtseinheit direkt bei uns in der Schule, geleitet von den Auerhuhn-Expertin Frau Jurowski des Vereins.
In dieser Einheit lernten wir den charakteristischen Schwarzwälder Vogel genauer kennen:
- Lebensraum & Bedürfnisse: Warum braucht das Auerhuhn helle, lichte Nadelwälder und reichlich Heidelbeersträucher?
- Gefährdung: Welche Rolle spielen Lebensraumverlust, Störungen durch Freizeitaktivitäten und der Klimawandel?
- Forstwirtschaft & Naturschutz: Wie lassen sich eine nachhaltige Waldwirtschaft und der Schutz bedrohter Arten miteinander verzahnen?
Durch anschauliches Material und spannende Einblicke wurde uns schnell klar, wie eng Naturschutz und die Nutzung unserer Wälder miteinander verwoben sind – und warum das Auerhuhn eine so wichtige Leitart für den Schwarzwald darstellt.
Phase 2: Praktischer Pflegeeinsatz im Wald
Kurze Zeit nach der Theorie folgten Taten. An einem Vormittag trafen wir uns im Revier, um selbst aktiv zu werden. Unter der fachkundigen Anleitung des Revierförsters arbeiteten wir auf ausgewählten Pflegeflächen, die gezielt als Lebensraum für das Auerhuhn erweitert und optimiert werden sollten.
Unsere Aufgaben vor Ort:
Entnahme von dichtem Jungwuchs und kleinen Fichten, um Lichträume im Wald zu schaffen.
Freistellen von Heidelbeersträuchern (der Hauptnahrungsquelle des Auerhuhns).
Aufschichten von Totholz und Ästen, um Deckungsmöglichkeiten zu schaffen.
Kleine Fichten werden abgesägt.
Jungwuchs wird entfernt.
Trotz körperlicher Arbeit waren alle mit großem Einsatz und Begeisterung dabei. Zu sehen, wie sich eine Fläche innerhalb weniger Stunden durch das eigene Handeln verändert und ein Stück wertvoller Lebensraum entsteht, war eine beeindruckende Erfahrung.
Fazit und Ausblick
Das Projekt war für unsere Klasse ein voller Erfolg. Wir haben nicht nur viel über die heimische Natur und den Artenschutz gelernt, sondern auch als Gemeinschaft etwas Handfestes für unsere Region geleistet.
Besonders schön ist der nachhaltige Gedanke hinter der Aktion: Da der Naturpark das Projekt langfristig angelegt hat und finanziell fördert, wird dieser Einsatz auch in den kommenden Jahren fortgeführt. Wir freuen uns, dass wir den Grundstein für diese Kooperation legen durften!