Exkursion zum ehemaligen Konzentrationslager Natzweiler-Struthof

Am Donnerstag, dem 14. November besuchten die Klassen 10c und 10d zusammen mit Frau Krawczyk, Herrn Wolf und Herrn Zinn das ehemalige Hauptlager des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof.

Informationen über das Konzentrationslager

Das Hauptlager in Struthof, welches 1941 von den Nationalsozialisten gegründet wurde, war das einzige KZ  auf heutigem französischem Boden und liegt im damals  besetzten Elsass. Der KZ-Komplex um Natzweiler-Struthof umfasste fast 70 Außenlager. Von den 52.000 Häftlingen des Konzentrationslagers waren 17.000 in dem Hauptlager inhaftiert. Dieses diente als Arbeitslager für die NS-Kriegsindustrie. Durch unzureichende Nahrung, systematische Ausbeutung und willkürliche Gewalt starben in ca. 4 Jahren fast 22.000 Menschen. Zudem wurden dort auch medizinische Experimente durchgeführt. Das Konzentrationslager war von 1941 bis 1945 somit eines der mörderischsten Lager des NS-Systems.

Der Ablauf der Exkursion

Die Exkursion startete im Europäischen Zentrum, in dem sämtliche Konzentrationslager, die von den Nationalsozialisten betrieben worden waren, dargestellt waren. Anschließend gab ein Dokumentarfilm, welcher über eine Leinwand gezeigt wurde, einen ersten Überblick über die historischen Hintergründe und den Aufbau des Lagers in Struthof. Im Keller des Gebäudes besichtigten die Schüler den sogenannten „Kartoffelkeller“, den die Insassen in mühevoller Arbeit erbaut hatten und der heute Teil des Ausstellungsraumes ist. Eine Zeit- und Bildertafel, welche um den Keller führt, zeigte mit eindrucksvollem Bildmaterial und Informationstexten die Historie des Lagers.

Danach wurde das eigentliche Konzentrationslager durch das Haupttor betreten. Herr Wolf gab an mehreren Stationen Informationen über das Lager und die damaligen Geschehnisse. Dazu las er  Augenzeugenberichte von Insassen vor. Besonders beeindruckend war der Bericht, der die Hinrichtung eines jungen Mannes aus Polen am Galgen beschrieb, aber auch die Besichtigung des „Bunkers“, einem Strafgebäude, in dem bis zu 30 Häftlinge auf 8 m² eingesperrt wurden.

Am Fuße des Lagers wurde eine Schweigeminute im Gedenken für die Menschen, die an diesem Ort gelitten hatten und an selbiger Stelle in unzureichender Kleidung oft stundenlang ausharren mussten, abgehalten. Das Krematorium mit seinem Verbrennungsofen und dem Keller, in dem die Leichen gelagert wurden, zeigten ebenfalls äußerst eindrücklich die menschenverachtende Ideologie der Nationalsozialisten. Danach betraten die Schüler das sich im Lager befindende Museum und sammelten durch erhalten gebliebene Dokumente, Gegenstände wie Betten, Sträflingskleidung und -schuhe weitere direkte Eindrücke.

Zum Abschluss führte ein Weg durch den Wald zu einem unscheinbaren Gebäude unterhalb des Lagers. Dort befand sich die Gaskammer, in der 86 Insassen jüdischer Herkunft vergast wurden.

Die Bedeutung der Exkursion

Die Wichtigkeit einer Exkursion, wie der an dieser Stelle beschriebenen, liegt darin, den Schülern einen direkten und erlebnisbezogenen Zugang zu historischen Sachverhalten und Geschehnissen zu erlauben. Durch die Arbeit vor Ort wurden die systematische Ausbeutung und Vernichtung der KZ-Insassen verdeutlicht und konkret fassbar gemacht.

Bericht: Johannes Zinn

Foto: Alessia Marone

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